Papiere! Unsere Identität auf Papier

Tanzperformance mit Musik von Carlos Trujillo

Premiere SO 25. September, 18 Uhr
DO 29. September, 20 Uhr
FR. 30. September, 18:30 Uhr


Konzept & Komposition: Carlos Trujillo
Choreographie & Tanz: Amelia Eisen und Kevin Albancando
Live-Musik: Johannes Hamm und Carlos Trujillo
Dramaturgie & Produktionsleitung: Angela Wendt

Die barsche Aufforderung „Papiere!“ vorzuzeigen, verunsichert und macht Angst. Gerade für Menschen mit Migrationshintergrund ist diese Situation oft nicht folgenlos. Wer keine Ausweisdokumente mit sich trägt oder die falschen, wird verhaftet, verhört, nicht mehr als Mensch behandelt.  Ohne sie sind wir entindividualisiert, schlimmstenfalls kriminalisiert. 
Solange der Ausweis im Geldbeutel ruht, gibt es keine Probleme. „Papiere“ vorzuzeigen, bedeutet auch für diejenigen, die sie immer bei sich tragen, eine Ausnahmesituation: bei einer Verkehrskontrolle („Habe ich mich richtig verhalten?“), bei einer Begegnung mit der Polizei, wenn ich eine Zeugenaussage machen soll („Habe ich alles richtig beobachtet? Sage ich vielleicht die Unwahrheit?“)…
Auch Bildung, eine Wohnung, ein „normales“ Leben hängen vom passenden Ausweisdokument und unzähligen Formularen ab. Selbst der Tod wird durch ein Formular bestätigt. Das legt die Frage nahe: Sind Menschen nur ein Stück Papier?  
Mit dem Verlust der „Papiere“ wird es schwierig. Ohne Ausweisdokument können wir nicht beweisen, dass wir die Person sind, die wir vorgeben zu sein. Dokumente beweisen und dokumentieren unser Leben, man glaubt ihnen im Zweifelsfall mehr als der Person, die über ihre Identität spricht. Ohne Ausweis sind unsere Möglichkeiten massiv beschränkt - bis hin zum Paket, das auf der Post liegt und nur gegen Vorlage des Ausweises abzuholen ist. 
Carlos Trujillos eigens für diesen Abend geschrieben Komposition erzählt seine Geschichte auf dem Weg von Kolumbien nach Deutschland, auf der Bühne umgesetzt von Amelia Eisen und Kevin Albancando, die ebenfalls ihren Weg nach Deutschland tänzerisch thematisieren. Johannes Hamm unterstützt musikalisch, Angela Wendt als Dramaturgin.

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Mannheim